Cieplice - Kurort (Bad Warmbrunn)

„... bekannt durch seine warmen Bäder,

zieht der Kurort alljährlich viele Gäste an,
angenehm in Bebauung, Lage und Ordnung.
Heißes Wasser aussprudelnd, dampft
die Quelle und wirkt erfolgreich bei
verschiedenen Beschwerden."

 

So schrieb über die Warmbrunner Bäder der polnische Reisende und Dichter Bogusz Zygmunt Stęczyński, der 1851 hier weilte.

Für unterschiedliche Krankheiten haben sich nicht nur die Warmbrunner Thermalquellen als heilsam erwiesen, sondern auch das spezifische Klima und die Lage am Fuße des Gebirges. Nach der Ankunft im Kurort spürt man, dass die heilkräftigen Quellen die Genesung beschleunigen. Sie helfen seit vielen hundert Jahren.

Die Anfänge Warmbrunns liegen in dunkler Vergangenheit. Wahrscheinlich waren die warmen Quellen schon dem slawischen Stamm der Boborane bekannt. Nach hiesigen Überlieferungen soll jedoch Herzog Boleslaus der Lange die Warmbrunner Quellen entdeckt haben, als er 1175 hier einem waidwunden Hirsch nachjagte. Die "wundertätigen" Eigenschaften der Quellen bewogen Kranke,  hier Heilung zu suchen. Deswegen schenkte wohl auch Herzog Bernhard von Löwenberg am 18. März 1281 dem Striegauer Johanniterorden, der sich mit Krankenpflege befasste, den "warmen Brunnen", "Calidus fons" und 250 Hufen Boden in der Umgebung. Seit dieser Zeit betreute der Orden die hierher kommenden Kranken.

Das nächste Kapitel der Warmbrunner Geschichte schrieb Gotsche Schoff, ein Ritter Bolkos II., des Herzogs von Schweidnitz und Jauer (Świdnica, Jawor). Er kaufte Warmbrunn 1381 von Herzogin Agnes, der Witwe Bolkos. 22 Jahre später rief er Zisterziensermönche aus Grüssau nach Warmbrunn und unterstellte eine der Quellen ihrer Obhut. 400 Jahre lang war nun die Geschichte des Ordens  mit Warmbrunn verbunden.

Wissenschaftliche Abhandlungen über die Quellen trugen dazu bei, dass diese immer bekannter wurden. Die erste Beschreibung aus dem Jahre 1569 verfasste der brandenburgische Arzt Caspar Hoffmann. Die zweite, viel ausführlichere und bessere, ist das Werk des Warmbrunner Arztes Kaspar Schwenckfeld. Sie erschien 1607 in Görlitz.

Der Ruhm von Warmbrunn wuchs ständig und mit ihm die Zahl der anreisenden Kurgäste. Von dem Kurort hörten auch die Polen. Wir wissen nicht genau, wann der erste polnische Kurgast hier erschien. Vielleicht war es Helena Kałęcka, gebürtige Klucznik, die Gattin des Warschauer Bürgermeisters, die hier während der Kur 1591 verstarb. Später wird die Liste der Kurgäste aus Polen lang. Zu erwähnen wären: Der polnische Heerführer Stanisław Koniecpolski, der Vizekanzler von Litauen Michał Kazimierz Radziwiłł und sein Truchsess Teodor Billewicz - der Verfasser der ersten Beschreibung des Bades in polnischer Sprache, der Primas von Polen Michał Radziejowski, Prinz Jakub Sobieski, Hugo Kołłątaj - eine führende Gestalt der polnischen Aufklärung, die Dichter Wincenty Pol und Kornel Ujejski, Fürstin Izabela Czartoryska - die Autorin der Tagebücher von der Reise nach Warmbrunn (1816), der schon erwähnte Dichter Bogusz Stęczyński, Rozalia Saulson - die Autorin des ersten polnischsprachigen Reiseführers durch Warmbrunn und seine Umgebung und viele, viele andere, weniger bekannte Persönlichkeiten. Manchmal waren mehr als die Hälfte der Kurgäste Polen. So kam es, dass noch bis zum XX. Jh. der westliche Teil Warmbrunns, am linken Zackenufer (Kamienna) umgangssprachlich "die polnische Seite" genannt wurde.

Der berühmteste Kurgast war jedoch die polnische Königin Maria Sobieska, die Gemahlin von Johann III. Sobieski. Wie der Chronist zu berichten weiß, erschien sie mit ihrem Hofstaat am Montag Nachmittag des 30. Juni 1687 im Bad. Ihren Besuch behielten die Warmbrunner noch lange im Gedächtnis.

Von deutschen Persönlichkeiten, die Warmbrunn im XVIII. und XIX. Jh. aufsuchten, sollte man Friedrich Wilhelm III., König von Preußen mit Familie, die Dichter Johann Wolfgang von Goethe, Heinrich Hoffmann von Fallersleben und Carl von Holtei, die romantischen Maler Caspar David Friedrich und Friedrich Georg Kersting sowie den Breslauer Landschaftsmaler Artur Blaschnik nennen.

Jahrhunderte hindurch wurde die Infrastruktur des Bades ständig verbessert. Nach der Kassation des Zisterzienserordens im Jahre 1810 kamen alle Warmbrunner Quellen in den Besitz der Familie von Schaffgotsch. Sie waren sich bewusst, dass der Kurort für seine Entwicklung Investionen erforderte, hauptsächlich im Bereich des Verkehrs. Seit 1814 kamen aus Hirschberg regelmäßig Postkutschen, ab 1880 fuhren Dilligancen, 1891 erhielt Warmbrunn Eisenbahnverbindung, seit 1897 verkehrten Straßenbahnen mit Gasantrieb, später mit Elektroantrieb.

1935 wurde Warmbrunn zur Stadt ernannt. 36 Jahre später wurde es in den Stadtbereich von Jelenia Góra einbezogen. Der Status eines Kurorts blieb Warmbrunn jedoch bis auf den heutigen Tag erhalten.

Heute ist Cieplice einer der beliebtesten polnischen Kurorte. Für die Anwendungen werden Heilschlamm und die Fluor- und Siliciumverbindungen enthaltenden Thermalwässer genutzt, die bis zu  86°C warm sind.

 

Im Kurmittelhaus werden über 30 verschiedene Anwendungen durchgeführt:

Hydrotherapie: Mineralbäder in Bassins und Wannen, Strudel-, Luftperlen- und Kohlensäurebäder, Unterwasser-Druckstrahl-Massagen, Wechselgüsse, Hydrotherapie der Mundhöhle, Aerosol für die Augen und Trinkkuren;

Mooranwendungen: Moorbäder, Moorpackungen, Moortampons und Mooreinläufe;Inhalationen;

Elektrotherapie: Galvanotherapie, Iontophorese, Terapuls, Reizstrombehandlung, Interdyn, Magnetwellentherapie, Ultraschallwellen; auch Bewegungstherapie, klassische Massagen, Paraffinpackungen und Beschäftigungstherapie.

Spaziergänge in der nächsten Umgebung und im Gebirge unterstützen die verschiedenen Therapien. Ein interessantes Programm mit Wanderungen und Ausflügen mit dem Bus sowie die Teilnahme an dem reichhaltigen kulturellen Leben der Stadt ergänzen die medizinischen Anwendungen und tragen zu einer erfolgreichen Kur bei.

 

THERAPIEPROFILE

REHABILITATION DES BEWEGUNGSAPPARATES

 

1.   Posttraumatische Zustände, Orthopädie

  • Wirbelsäulen- und Rumpfknochenbrüche
  • Brüche der oberen und unteren Gliedmaßen
  • Spätfolgen von Traumen

2.   Rheumatologie

  • Gelenkerkrankungen und ähnliche Zustände
  • Erkrankungen der Wirbelsäule
  • rheumatoide Erkrankungen
  • Erkrankungen des Knochen- und Knorpelgewebes

und erworbene Deformationen des Knochen- und Muskelsystems (mit Ausschluss der Krankheitsbilder 730 u. 731)

3.   Neurologie

  • Erkrankungen des peripheren Nervensystems
  • Halbseitenlähmung
  • andere Lähmungssyndrome

4.   Osteoporose

  • Erkrankungen im und nach dem Klimakterium

 

ERKRANKUNGEN DER NIEREN UND DER HARNWEGE

1.   Urologie

  1. Nierenstein- und Harnsteinleiden
  2. Harnsteinleiden des unteren Harnleiterabschnitts ohne Stausymptome
  3. Harnblasenentzündung
  4. chronische Prostataentzündung
  5. postoperative Zustände bei Patienten mit Nieren- und Harnsteinleiden
  6. Zustände nach der Ultraschall-Lithotripsie

2.   Nephrologie

  • chronische Entzündung der Nierenglomeruli
  • chronische Nierenbeckenentzündung
  • Tumoren der Harnwege, der Nieren und der Nebennieren
  • Harnweg- und Nierentuberkulose
  • Adenome und Tumoren der Prostata

 

AUGENHEILKUNDE – EIN SPEZIALPROFIL DER KUREN

INDIKATIONEN FÜR BALNEOLOGISCHE THERAPIE BEI AUGENKRANKHEITEN

 

INDIKATIONEN BEI ERWACHSENEN:

  • chronische Entzündung der Bindehaut und der Lidränder rezidivierende Episkleritis und Skleritis
  • Hornhautveränderungen nach Entzündungen
  • Syndrom der Augentrockenheit
  • chronische Entzündung der Gefäßhaut (mindestens 4-6 Wochen Abstand nach   Abklingen akuter Symptome)
  • Zustände nach Glaukom- und Kataraktoperationen (frühestens 4-6 Wochen nach dem Eingriff)
  • zur Erweiterung der Netzhaut und der Gefäßhaut bei Degeneration des hinteren Augapfel-Abschnitts
  • im Frühstadium der Sehnerv-Atrophie
  • Glaukom mit geregeltem Augenbinnendruck
  • Pigmentdegeneration

 

INDIKATIONEN BEI KINDERN:

  • chronische Bindehautentzündung
  • Hornhautentzündungen und Syndrom der Augentrockenheit
  • chronische Gefäßhautentzündung
  • Pigmentdegeneration

KONTRAINDIKATIONEN

  • akutes und subakutes Glaukom
  • akute Entzündungszustände des Sehorgans
  • allgemeine Gegenanzeigen für eine Kurbehandlung (Tumoren, Tuberkulose, akute Infektionskrankheiten, Kreislauf- und Ateminsuffizienz)